Das geht aus einer aktuellen Studie des NBTC über Deutsche und Flamen hervor
Die wichtigsten Wachstumsmärkte für Tourismusunternehmer in Nord-Limburg liegen buchstäblich gleich um die Ecke. Deutsche und Belgier müssen keine weite Reise unternehmen, um dem Alltag zu entfliehen. Dennoch zeigt eine neue Studie des NBTC, dass die Nähe allein nicht ausreicht: Besucher müssen auch einen klaren Grund erhalten, um zu kommen und länger zu bleiben.
NBTC untersuchte im Frühjahr 2026 den Bekanntheitsgrad, die Assoziationen und die Besuchsabsicht von 3.758 internationalen Reisenden. Für die Nahmärkte wurden Flamen sowie Einwohner von Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen befragt. Alle Befragten hatten in den vergangenen fünf Jahren mindestens eine mehrtägige Auslandsreise unternommen.
Quelle: Alle Erkenntnisse, die wir in diesem Artikel teilen, stammen aus der Studie „Dichtbijmarkten im Fokus“ des NBTC aus dem Frühjahr 2026.
Der ausländische Gast sucht vor allem eine angenehme Auszeit
Was motiviert Menschen dazu, eine mehrtägige Auslandsreise zu unternehmen? Das Entdecken einer neuen Stadt oder eines neuen Reiseziels steht an erster Stelle und wurde von 49 Prozent der Befragten genannt. Darauf folgen Entspannung und geistige Erholung mit 46 Prozent, dem Entfliehen aus dem Alltag mit 39 Prozent sowie das Entdecken von Geschichte und Kulturerbe mit 37 Prozent. Gastronomie und die lokale Küche sind für 36 Prozent ein wichtiges Reisemotiv. Wandern wird von 34 Prozent genannt.
Diese Aufzählung passt auffallend gut zu dem, was Nord-Limburg zu bieten hat: abwechslungsreiche Natur, die Maas, historische Dörfer, Grenzkultur, Rad- und Wandermöglichkeiten sowie regionale Produkte. Die Erkenntnis für Unternehmer lautet, nicht nur ein Zimmer, ein Arrangement oder eine Aktivität zu verkaufen, sondern vor allem das Gefühl einer kurzen Auszeit. Denken Sie an ein Wochenende, an dem Gäste wandern, regionale Küche genießen, eine Stadt besuchen und ohne komplizierte Planung wieder nach Hause zurückkehren können.
„ Die größte Chance liegt im weiteren Ausbau dieser Positionierung als Region für genussvolle Kurzurlaube. “
Marktforschung „Dichtbij“ (NBTC, 2026)
Limburg verfügt bereits über ein einladendes und wiedererkennbares Profil
Die Provinz Limburg muss bei Besuchern aus den Nahmärkten nicht bei Null anfangen. Laut dem NBTC verfügt Limburg über eines der stärkeren und attraktiveren Reisezielprofile. Ausländische Besucher verbinden die Provinz unter anderem mit Natur und Landschaft, Gemütlichkeit, Gastfreundschaft, Essen und Trinken, Erreichbarkeit, Ruhe und Entspannung.
Der Forschungsbericht beschreibt Limburg als ein „zugängliches, lebensfrohes und entspanntes Reiseziel mit einem ganz eigenen Charakter“.
Vor allem in Belgien ist die Ausgangsposition stark. Auf dem belgischen Markt kennen nur 5 Prozent Limburg nicht. Gut die Hälfte der belgischen Befragten hat die Provinz bereits besucht. Bei den Deutschen sieht das Bild anders aus: Etwa ein Viertel hat Limburg besucht, während eine relativ große Gruppe die Provinz nur dem Namen nach kennt.
Das bedeutet, dass das belgische Marketing stärker auf Wiedererkennungswert und Wiederholungsbesuche setzen kann. Deutsche Besucher müssen stärker mit konkreten Erlebnissen angelockt werden: Was kann ich dort unternehmen, wie nah ist es und warum lohnt sich eine Übernachtung?
Bekanntheit von Limburg unter Belgiern
Dichtbijmarkten-Studie des NBTC – Herkunftsland: Belgien
| Kenne ich nicht – 5 % | Ich kenne sie nur dem Namen nach – 29 % | Ich kenne die Region, habe sie aber noch nie besucht – 18 % | Ich kenne die Region und habe sie bereits besucht – 48 % | |
|---|---|---|---|---|
| 5 | 29 | 18 | 48 |
Venlo ist bekannt, doch die Chance liegt in längeren Aufenthalten
Venlo hat als größte Stadt Nord-Limburgs ein klares Profil, doch dieses Profil ist noch recht eng gefasst. Das Einkaufserlebnis prägt das Bild der Stadt maßgeblich. Auch die Erreichbarkeit, das gastronomische Angebot, die Geselligkeit, die Maas, das Radfahren und die Lage an der deutschen Grenze werden genannt.
Insgesamt kennen 65 Prozent der Befragten Venlo dem Namen nach, 42 Prozent kennen die Stadt nicht nur dem Namen nach und 25 Prozent haben Venlo bereits besucht. Unter denjenigen, die die Stadt kennen, liegt die Absicht, einen mehrtägigen Besuch zu unternehmen, bei 67 Prozent.
Die Herausforderung besteht also nicht ausschließlich darin, den Bekanntheitsgrad zu steigern, sondern das Angebot zu erweitern. Wie es in dem Bericht treffend heißt: „Das Einkaufen ist der Einstieg, aber die Qualität des Aufenthalts, die Gastronomie, die Maas, die Grenzkultur, die Gastfreundschaft sowie kurze Rad- oder Naturerlebnisse müssen die Geschichte vertiefen.“ Ohne diese Vertiefung bleibt Venlo vor allem ein Ziel für einen Tagesausflug.
Unternehmer können gemeinsam darauf reagieren, indem sie einen Einkaufsbesuch mit einer Übernachtung, einem Abendessen, einer Radroute oder einem Naturerlebnis verbinden. Ein deutsches Paar, das zum Einkaufen nach Venlo kommt, lässt sich beispielsweise mit einem gastronomischen Arrangement und einer morgendlichen Radtour entlang der Maas verführen.
Bekanntheitsgrad von Venlo bei Deutschen aus Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen
Dichtbijmarkten-Studie des NBTC – Herkunftsland: Deutschland
| Mir ist sie nicht bekannt – 12 % | Ich kenne sie nur dem Namen nach – 19 % | Ich kenne die Region, habe sie aber noch nie besucht – 16 % | Ich kenne die Region und habe sie besucht – 53 % | |
|---|---|---|---|---|
| 12 | 19 | 16 | 53 |
Mund-zu-Mund-Propaganda ist nach wie vor wirkungsvoller als Werbung
Die wichtigste Inspirationsquelle für eine Auslandsreise ist nach wie vor ein Freund, ein Familienmitglied, ein Bekannter oder ein Kollege: 44 Prozent lassen sich davon inspirieren. An zweiter Stelle folgen frühere Besuche mit 32 Prozent, Reisesendungen und Dokumentationen mit 30 Prozent sowie soziale Medien mit 29 Prozent.
Bei der konkreten Vorbereitung wird vor allem über Google oder Bing gesucht. Darüber hinaus spielen Websites von Regionen und Städten eine wichtige Rolle, ebenso wie Websites von Unterkünften und Bewertungen anderer Reisender.
Damit ist der praktische Auftrag klar: Sorgen Sie für ein gut auffindbares, attraktives und mehrsprachiges Angebot. Schaffen Sie teilbare Erlebnisse, regen Sie Bewertungen an und geben Sie früheren Besuchern einen Grund, wiederzukommen. Die deutschen und belgischen Gäste sind ganz in der Nähe, entscheiden sich jedoch erst für Nord-Limburg, wenn das Angebot leicht zu finden, konkret und ansprechend zusammengestellt ist.