bis 30. August
Im Jahr 2026 findet die 22. Ausgabe der Passionsspiele in Tegelen statt. Diesmal mit 200 Schauspielern, Sängern und Statisten, die die letzten Tage Jesu Christi darstellen. Die Regisseure Michel Sluysmans und Eva Custers von der Toneelgroep Maastricht sowie der Autor Frans Pollux thematisieren in „Kruisig mij“ die jahrhundertealte Leidensgeschichte in der heutigen Welt. In zeitgenössischer Sprache, mit viel Humor und Poesie zeichnet „Kruisig mij“ das bewegende Porträt eines Menschen mit einer übermenschlichen Botschaft – eines Menschen, der nach seinem Tod, ob er wollte oder nicht, zum größten Mythos unserer Zeit werden sollte. „Kruisig mij“ ist eine menschliche und universelle Geschichte über Träume und Ideale, über Hoffnung und Liebe, über Freundschaft und Verrat.
Zu Beginn unserer Zeitrechnung, in einem Land, das – schon damals – auf Erlösung hoffte, wachsen Jesus und Judas in Unfreiheit auf. Die römischen Besatzer sind auf Ruhe und Ordnung bedacht, und kritische Stimmen werden unterdrückt. Doch Jesus und Judas sehen eine Welt vor sich, in der sich jeder frei entfalten kann, ohne Unterdrückung oder Herrschaft. Es gibt jedoch einen großen Unterschied zwischen den beiden engsten Freunden: Judas ist ein Idealist, der die Welt verändern will, und Jesus ein Humanist, der den Menschen verändern will. Dieser Gegensatz schafft eine verhängnisvolle Entfremdung zwischen den beiden, eine Entfremdung, die letztendlich dazu führt, dass aus Freundschaft Verrat wird. Erste Reaktionen auf das Drehbuch: „Völlig unkonventionell“
Regisseur Michel Sluysmans: „Es ist eine Ehre, dass die Toneelgroep Maastricht von den Passionsspielen angesprochen wurde, um gemeinsam an der Ausgabe 2026 mitzuarbeiten. Die Passionsspiele sind in Limburg bereits seit fast einem Jahrhundert ein Begriff und wurden nicht ohne Grund in das Nationale Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Ich empfinde es als spannende Herausforderung, gemeinsam mit dem Autor Frans Pollux und meinem künstlerischen Team eine neue Ausgabe der Passionsspiele zu gestalten und die bekannte Geschichte unter Wahrung der Tradition für ein Publikum der heutigen Zeit zu interpretieren und zu thematisieren. Was bedeuten das Leben, das Sterben und das Vermächtnis Jesu in unserer Zeit? War er, wie viele glauben, der Sohn Gottes? Oder ist das eine Frage, die eigentlich keine Rolle spielt? Ist es Gott, der das Leben vieler bereichert, oder lediglich der Glaube an ihn? Glaube und Vorstellungskraft, Hoffnung und Liebe – vielleicht liegen sie auf einer Linie und sind in jedem Fall unverzichtbar für die Menschen in einer sich immer weiter polarisierenden Welt.“
Textautor Frans Pollux: „Die berühmteste Geschichte aller Zeiten auf zugängliche Weise neu zu erzählen, das ist ein wunderbarer Auftrag. Als Autor, aber auch als jemand, der von hier stammt. In meinem Reisepass steht, dass ich in Tegelen geboren wurde, im Krankenhaus, nur einen Steinwurf vom Freilichttheater De Doolhof entfernt. Bei diesem Auftrag geht es um das Schreiben, um Geschichte und um Gemeinschaft – drei Dinge, die in meinem Leben eine große Rolle spielen. Es ist mir eine große Ehre, dies versuchen zu dürfen.“
Text: Frans Pollux
Regie: Michel Sluysmans und Eva Custers, Theatergruppe Maastricht
Bühnenbild: Michiel Voet
Kostümdesign: Sabine Snijders
Musik: Elisabeth De Loore
Dramaturgie: Paul Slangen
Fotos: Zebra Fotostudio, Jordy Caris
Sind Sie der Inhaber von „Kruisig mij“? Und möchten Sie eine Änderung melden? .